AGIT Salzburg Geoinformatik

AGIT Symposium

von 8.-10. Juli 2020 in Salzburg!

Themenschwerpunkt 2020: Digitalisierung und Bildung

Digitalisierung ist in den letzten Jahren als Schlagwort in aller Munde. Während gerade Zukunftsforschung, Soziologie oder Philosophie sich intensiv mit den zu erwartenden gesellschaftlichen Transformationsprozessen beschäftigen, greift die öffentliche Debatte meist zu kurz und bleibt häufig eher in infrastrukturellen Fragen verhaftet. Statt der Frage, wie mit den massiven medialen Umwälzungen, die bereits jetzt beobachtbar sind, umgegangen werden soll, um neue Modi von Gesellschaft zu verstehen und damit zu gestalten, stehen meist beispielsweise eher ganz pragmatische Fragen des Netzausbaus im Zentrum der Debatte. Dies ist auch in der Bildungspolitik beobachtbar: wo debattiert wird, ob Laptop-Klassen sinnvoll sind oder ob es ein Pflichtfach „Programmieren“ geben müsse, werden die eigentlich zentralen Fragen meist ausgeblendet.

Dass derartige Diskussionen meist zu kurz greifen, liegt sicherlich daran, dass – obwohl die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen etwas genuin Neues sind und eigene Logiken mit sich bringen – oft versucht wird, jene Phänomene aus dem Blickwinkel einer analogen Sicht zu deuten und damit einfach nur als digitale Abbilder des bereits Bekannten zu verstehen. Hier ist „Digitalisierung“ als Begriff auch irreführend, weil es im wörtlichen Sinn genau dies suggeriert, nämlich etwas nicht Digitales digital abzubilden. Im Englischen wird dies als „digitization“ bezeichnet, wohingegen „digitalization“ eher die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen, also letztlich gesellschaftlichen Umwälzungen durch Digitalität adressiert. Wenn wir also von Digitalisierung sprechen, sollten wir damit im wörtlichen Sinne „digitale Transformation“ und eben nicht „digitization“ meinen. Verdeutlicht werden kann dies durch die sich in den letzten 20 Jahren massiv veränderte Rolle des Internets: Während das sog. Web 1.0 tatsächlich einfach nur als ein Abbild der analogen Welt verstanden werden konnte, was sich sehr gut an der Metapher der „Digitalen Bibliothek“ ablesen lässt, brachte das sog. Web 2.0 gänzlich neue Logiken hervor. Soziale Medien erzeug(t)en völlig neue Öffentlichkeiten und ermöglich(t)en völlig neue Zugänge zu sozialer Vernetzung und zum Informationsaustausch und generier(t)en damit eben auch völlig neue Herausforderungen, weil sie an sich ein völlig neues Phänomen sind, deren Auswirkungen auf Gesellschaft wir – wenn überhaupt – gerade erst beginnen, zu begreifen; nicht zuletzt deswegen, weil es hier eben kein vordigitales Pendant gibt. Dieses Problem des Lernens eines neuen Umgangs lässt sich auf quasi alle Phänomene und Neuerungen im Zuge der Digitalen Revolution übertragen.

Mit einer derartigen Betrachtungsweise wird deutlich, dass die digitale Welt nicht mehr als Gegenstück zur analogen Welt verstanden werden kann, sondern dass digital und analog immer mehr ineinander verwoben sind. Diese digitale Durchdringung unseres Alltags (u.a. durch mobile Modi von Digitalität und Medialität) werfen zwangsläufig auch räumliche Fragen auf und sind damit u.a. auch in hohem Maße geographisch relevant. Dies adressiert nicht nur Domänen wie Geoinformatik und GIScience, sondern auch sozial- und kulturgeographische Fragen der Transformation unseres „in der Welt Seins“ und damit verbunden neue Modi räumlicher Aneignung.

Die mit diesen Phänomenen verbundene Brisanz stellt zwangsläufig auch neue Herausforderungen an schulische Bildung (auch aber nicht ausschließlich an Geographieunterricht), die es auszuloten und zu diskutieren gilt. Daher lädt dieser Themenfokus Beiträge ein, die sich theoretisch, konzeptionell oder empirisch u.a. damit auseinandersetzen,

  • was Digitalisierung für Bildung bedeutet
  • wie Bildung der sich durch Digitalisierung rapide verändernden Welt Rechnung tragen kann, um junge Menschen eben auf genau diese vorzubereiten
  • welchen Beitrag Geographieunterricht leisten kann, um auf die zunehmend digitale Gesellschaft vorzubereiten

Information: Call for Papers (pdf)

Einreichung

Beiträge können entweder als Full Paper oder Short Paper bis 1. Februar 2020, oder als Poster bis 1. Mai 2020 eingereicht werden. Sämtliche Beiträge müssen über die Konferenzwebsite eingereicht werden und unterliegen einem double-blind Review Prozess. Autoren, deren Beiträge angenommen werden, werden eingeladen, ihren Beitrag während der AGIT 2020 zu präsentieren. Genaue Informationen zur Einreichung, sowie zum Peer-Review Prozess finden Sie unter https://www.agit.at/call. Akzeptierte Full- & Short Paper werden im AGIT Journal publiziert.

Einreichung

Präsentation

Einreichende Autoren werden bis Mitte März 2020 über Zeitpunkt und Ort Ihrer Präsentation informiert. Voraussetzung für eine Präsentation auf der AGIT ist die Anmeldung von mindestens einem Vortragenden bis 25. Mai 2020.

Kontakt

Der Themenschwerpunkt „Digitalisierung und Bildung“ wird von der PLUS School of Education und dem Fachbereich für Geographie & Geologie der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit dem IFFB für Geoinformatik – Z_GIS veranstaltet. Für inhaltliche Fragen wenden Sie sich bitte an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.